Sonntag, 2. Dezember 2007
Lotto
Nachts um zwei wache ich nach kurzem Schlaf wieder auf. Ich bin durstig und gehe ins Wohnzimmer eine Flasche Wasser holen. Genau in diesem Moment kommt eine SMS. Sie haben im Lotto gewonnen. 3 Richtige. Na, da hab ich ja wahrscheinlich wenigstens den Einsatz raus. Heute siehts draußen aus, als würde es gerne regnen. Kann aber wohl nicht so richtig aus sich raus, der graue Himmel.

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Freitag, 30. November 2007
Am Morgen
...weckt mich der Radiowecker aus unruhigem Schlaf. Am Himmel ein feuerrotes Zebra. Der Kamerakku ist leer.

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Nacht
Die Ausstellung ist abgebaut und wie im vergangenen Jahr ist der Abbau immer ein wehmütiger Moment. Diesmal allerdings auch ein Moment leerer Enttäuschung. Die Fotos kamen zuletzt dran, von hinten nach vorne, eins nach dem anderen. B ging hinterher und zog die Nägel und ich mußte an den Freitag denken, als wir sie hängten und ganz am Ende kamen die kleinen Werkschildchen, die sehr schön geklebt waren und gestaltet und das war vielleicht der traurigste Moment des Tages.

Später mit B zur Gelbfieberimpfung, zum Superkato, Sushi essen und zu meinem griechischen Schneiderehepaar, so daß sich auch hier der Kreis schloß zum Tag der Ausstellungseröffnung, dem Tag vom Anfang vom Ende, ein grauer unentspannter verregneter Novembersamstag. Heute zwischendurch immer Blitze von heiteren aber vergangenen Tagen beim Anblick von Dingen, die mir nicht gehören, ein Tshirt in der Wäsche, eine blauorangene Zahnbürste im bad, eine Lederjacke an der auch erst kürzlich angebrachten Garderobe. Das Fernsehprogramm wiederholt sich wöchentlich, the times they aren't changing, wir sind es, die sich verändern. Bilder durchströmen mein Hirn vorm Einschlafen. ich fliehe in die düsterromantische Nachtgeschichte Murakamis. Ich schließe die Augen. Komm, Nacht, und bleib, weck mich nicht.

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Dienstag, 27. November 2007
Horizont
Blaze Foley. Lange nicht mehr gehört. If I could take my reasons why /
and make them sound to you / like they seem to be when I'm feeling strong.

Nur so richtig passen wills nicht im Moment, hab ich doch gerade die Antonov aus dem Schuppen geholt und über die tiefgefrorene Startbahn gehn Horizont gleiten lassen. Was ist ein Horizont? fragte C. neulich. Eine tolle Frage. Was ist der Horizont? Das Ziel? Das Ende? Oder erst der Anfang? Heute ist es der strahlenblaue Himmel dort geradeaus über der Plattenbausiedlung. Ich kneife die Augen zusammen und ziehe die Maschine hoch. Auf dem Balkon steht ein Mädchen mit blonden Dauerwellen und weißem Wollpulli und einer riesigen Sonnenbrille und winkt mir zu. Sicher will sie mal Kosmonautin werden. Meine Kosmonautin dagegen hat sich die Tarnkappe aufgesetzt und denkt, man sieht sie nicht, dabei funktionieren die neumodischen Tarnkappen nicht beim altmodischen Radar der Antonov. Egal. Ich lasse sie weitergleiten in ihrer Kapsel, sie mäandriert Richtung Mars, obwohl sie genau aus dieser Richtung immer wieder beschossen wird. Ich kann nichts mehr für sie tun. Wahrscheinlich konnt ich das nie. Dort unten in der Steppe läuft eine Herde Wildpferde. Sie ziehen eine Staubwolke hinter sich her, bis zum Horizont. Als ob sie einmal um die Erde galoppiert seien. Die Kosmonautin ist kaum noch zu sehen, das Radar dreht sich weiter. Ich schalte die Motoren aus. Es ist ganz still. Ich denke an C. und wünsche mir, dass sie irgendwann den Horizont findet und nicht zerrieben wird in den Sternenkämpfen. Dann lege ich den Fallschirm an, öffne das Cockpit... ich möchte einen der Mustangs aus dem Sprung erwischen und mit ihm die unendliche Steppe abreiten, bis zum Ende. Bis zum strahlendblauen Himmel. Bis zum Horizont. Buenas tardes amigos. Yeah!

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Montag, 19. November 2007
Science Fiction
Ein milchiges Rosa überzieht die Stadt als ich wach werde, einer dieser friedlichen Science Fiction Tage. Science Fiction habe ich auch geträumt. Ich war ein Exrevoluzzer, der sich auf dem Land niedergelassen hatte, mit Frau und Kind auf einem Bauernhof, und der eines Tages Besuch von einem alten Freund bekommt, der ihn versucht zu überzeugen, wieder zu den Waffen zu greifen, gegen das totalitäre Regime... Seltsamerweise tauchte K auf, ein ehemaliger Mitschüler, damals schon Computerfreak, heute bei der ESA, wie ich neulich erfahren habe. Er sichert unseren Vorstoß technisch ab. Der Himmel jedenfalls ist perfekt für ein solches Setting, Die Ruhe vor dem Sturm. Ein wenig Zukunftsidyll. Die Kinder spielen draußen, das Wasser im kleinen See unter den Bäumen leuchtet ebenfalls rosa. Ein Tag, Tarkovsky und Brecht zu lesen.

Merkwürdig, dass ich, kaum dass Kaizoku in der Wartung ist und ich wieder auf Kitaro arbeite auch wieder blogge... Habe mich (weil blogger.de dann doch grade down war, als ich posten wollte), auch gerade nach import-Möglichkeiten nach Wordpress umgesehen, wobei ich allerdings auf Serendipity gestoßen bin... Mal sehn.

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Sonntag, 16. September 2007
Nirgendwo ist irgendwo
Ein frühlingswarmer Sonntag im Garten. Der Dinobaum steht stumm und stoischbewegungslos in den Himmel über der kleinen Datscha. Ein Tag für Rudern Gespräche am See. Die eiserne Villa besuchen. Perspektiven entwickeln für tönerne Zeiten.

Die letzten Wochen waren angestrengt unternehmungslustig. 3 Kurzprojekte gleichzeitig und am Donnerstagabend im Blumen zum ersten Club of Pioneers Event. Nun aber wirds Zeit, die Ausstellungsarbeiten rund zu machen. Bei den ersten erfolgreichen Aufnahmen für PLAYLIST merke ich, dass Strenge zum Konzept gleichzeitig mehr Freiheit bedeutet: ich werde wohl auf digitale Zwischenschritte komplett verzichten. Ein kleiner Herbsturlaub sollte auch noch drin sein. Kalabrien wahrscheinlich.

Und dann die Planung fürs Ende der Welt. Buenos Aires - Pampa - Patagonien - Feuerland - Santiago - Osterninseln. Die Suche nach dem Nirgendwo. Beyond this there be dragons. Ich werde die Drachen suchen fahren.

Im Garten steht die kleine Antonov. (Aus-)flugbereit. Man muss die warmen Herbsttage nutzen. Sie hab sich seit meiner Kindheit am stärksten bei mir eingeprägt. Kein Sommer Winter Frühlingstag bleibt mir so in Erinnerung wie ein eigentlich ereignisloser sonniger Herbsttag. Die Zeit steht still. Eine Ahnung vom Ende der Welt.

Ihr 18jährigen dieser Welt, schließt die Gitarren an die Verstärker. Und spielt bis zum Ende aller Tage.

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Mittwoch, 29. August 2007
noone stays
...in downtown these days...

does anyone wanna go dance upon the roof?

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Dienstag, 7. August 2007
kein ziel
nachts um vier springt das radio an und zählt den sekundentakt, während stoßweise landesnachrichten in spanischem kauderwelsch vorgetragen werden. es ist heiß, der schweiß klebt am körper. ich reiße die flügeltür zum balkon auf, ein windstoß zieht durch die wohnung und fährt in den stapel ungelesener aufträge und anfragen vor der faxmaschine. santiago. unwillig trete ich durch den blätterwald und greife nach der sporttasche, die, immer mit dem nötigsten gepackt, in der ecke des zimmers steht. auf der glasoberfläche des madonnenbildes spiegelt sich ein frühes morgenrot. leise schließe ich die tür hinter mir.

ich gehe zum pickup in der seitenstraße und fahre durch die leeren straßen zur stadt hinaus zum kleinen privatflughafen, wo die antonov steht. eine stunde später fliege ich richtung süden. unter mir das engmaschige straßengeflecht der stadt, dann wird es ruhiger. ich entspanne mich. schinkenkäsebrot zum frühstück und tiefschwarzer kaffee aus der thermoskanne. der beruhigende klang der zweimotorigen. in wenigen stunden werde ich am ende der welt sein. there be dragons. und der wind. ihm werde ich mich anvertrauen. in der höhe und auf see ist er dein einziger anvertrauter. freund und feind. seit tagen habe ich nicht geschlafen, aber ich habe das gefühl, nie so wach gewesen zu sein. ich habe ein ziel, das keines ist. seit ich die raumfahrt aufgegeben habe, habe ich kein ziel mehr gehabt. erst als ich erkannte, dass kein ziel zu haben, das ziel sein musste, wusste ich wieder, was zu tun war. über mir der endlose himmel. unter mir das ende der welt. niemals anzukommen war jetzt das ziel. ich nehme noch einen schluck kaffee. und schließe die augen.

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Samstag, 4. August 2007
4 verliert
Klüger ist man immer hinterher. Man sollte am See sein, oder im Urlaub, oder über den Wolken an einam Tag wie heute. Blauer Himmel, Sonnenschein. Wie lange muss man im Kreis laufen, um sicher zu sein, dass der Weg der gleiche bleibt? Nichts ändert sich. Ein langer Waldweg, Bäume rechts, Bäume links. Keine Lichtung, kein Ende. Wer beim vierten Mal über Los läuft, geht direkt ins Gefängnis. Zerissenheit mag schwer zu ertragen sein, Lügen aber sind nicht zu ertragen. Und bringen wiederum Zerissenheit hervor. Enttäuschung folgt Täuschung. Klügersein heißt um eine Illusion ärmer zu sein. Also Scrubs im Samstagnachmittagsprogramm:

Jordan: Letzte Chance: Willst du mich oder willst du mich nicht?
Dr. Cox: Es tut mir leid, Jordan, aber...
Jordan: Hey, es war ein Scherz! Ein Scherz!

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Mittwoch, 1. August 2007
Nicht, dass...
Langer Lauf am Mittag. Wasserpark, Kleingärten, Seckbacher Landstraße über die Brücke, dann weiter durch die Kleingärten, 2 Runden im immerschönen immerruhigen Huthpark, wieder durch die Kleingärten, an der Unfallklinik vorbei, verlaufen auf einem Firmengelände, auf die Friedberger Landstraße, wieder zum Wasserleitungsweg rein, durch die Kleingärten, zum Günthersburgpark, dort 2 Runden und Schluss. Dehnen. Abpfelschorle. Dauer: 100 Minuten. Distanz: ca. 13 km. Persönliche Bestmarke.

Zwischen diesem und letzem Mittwoch (ebenfalls mit Lauferfolg) liegen 2 kleinere Läufe, ein ernstes Telefonat, eine halbwache Nacht, ein langes Wochenende Raumfahrt, eine Party in der Pampa, ein Performance Festival, ein Krimiabend, 3 Fotosessions, ein leerer Film, ein Spaziergang im chinesischen Park, Sonne & Regen, schönes Morgen- und Abendrot, Blicke, Gespräche, Ver- und Entwirrung.

Nicht, dass man nun klüger wäre. Aber die Beine fühlen sich gut an.

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