Montag, 26. Januar 2004
Last Call
Gerade zufällig beim Surfen eine Besprechung auf Alternative-Art.de von Jürgen Ploogs "Die letzte Dimension" gefunden, in der das Interview, das ich mit dem Piloten und Autor 1998 in Frankfurt führte, besonders hervorgehoben wird.

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Wenn der Postmann zweimal klingelt...
Heute morgen klingelte es gleich zweimal innerhalb einer halben Stunde. Der vom DPD war wie immer etwas früher da als der (immer freundliche & gutgelaunte, das soll mal erwähnt sein) DHL Mensch und kam mit einem großen Paket die Treppe herauf. Kurz darauf hielt ich mein erstes eigenes Exemplar von Zettels Traum in der Hand. Günstig antiquarisch erworben, der Buchrücken ist unten ein wenig angeschlagen, ansonsten kommts noch folienverpackt.
Kaum hatte ich das Paket geöffnet, klingelte es erneut und diesmal wars der vom DHL. Wieder ein dickes kompaktes Paket. Und diesmal habe ich keine Ahnung was drin ist. Umso schöner die Überraschung: Buckminster Fuller: Your Private Sky. The Art of Design Science. Stimmt, das war langsam mal fällig. Und der Wälzer ist ebenfalls noch in der Folie. Da darf ich ja gleich zweimal aufreißen. Ja, is denn scho' Weihnachten?

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Sonntag, 25. Januar 2004
Schachzüge
"Am Morgen, kurz nach zehn, kam der Schnee." beginnt der zweite Wallander Krimi und der Berliner Wettermacher muss ihn gelesen haben. Ich verbringe den Mittag mit einer Dokumentation über Video Clips als Kunstform, die irgendwann mal im ZDF gelaufen ist und den Titel Fantastic Voyages trägt. Klar gebaut und trotzdem vielschichtig wie eine Bachfuge ist Sugar Water von Cibo Matto. Nebenbei ordne ich Gedanken.

Am Nachmittag treffe ich mich mit S im "En Passant", einer Schachkneipe an der Schönhauser Allee. Wir schmieden Pläne. Wir verabreden, uns in den nächsten beiden Wochen mit M zusammenzusetzen, zwecks möglicher Kooperation. Perspektiven gibt es also genug. Jetzt müssen Taten folgen.



In der U-Bahn beobachte ich zwei gutgelaunte kleene Punker, die ihre Docs und Rucksäcke mit dem lila tarnfarbenen Tripmusterstoff der BVG ausgebessert haben und nun als Teil des Interieurs rumlaufen.

Am Abend beeindruckt der Alex durch majestätische Ruhe. Alles ist friedlich und schmuddelig weiß.

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Samstag, 24. Januar 2004
Wassereis
"Sie haben Wassereis auf dem Mars gefunden!" ruft R mir erfreut engegen, als ich frischgeduscht und rasiert in die Küche komme. Sie hält die Berliner Zeitung in der Hand. "Cool", sage ich, "Jetzt fehlen nur noch die kleinen grünen Männchen...". Die Landnahme geht also voran. Heute ist die ESA am Zug. Wasserdampf in der Atmosphäre. Eis an Nord- und Südpol. Und Bilder von Kratern Vulkanen Landschaften. "Die Aufnahmen wurden von einer Hochleistungs-Stereokamera gemacht, die in Deutschland entwickelt wurde." wird denn auch betont und Bundesforschungsministerin Bulman erklärt voller Stolz, die neuen Mars-Aufnahmen seien die schönsten, die sie bisher gesehen habe. Gegenüber der wenig beeindruckten NASA zeigt der Mars Express Projektleiter Schmidt hingegen Großmut: "Wir helfen den Amerikanern ohne Einschränkung".
Ein kleiner Schritt für den Herrn Schmidt, aber...



Der WDR hat übrigens einen Weblog mit Diskussionsforum zur "Landung auf dem Mars eingerichtet."

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Freitag, 23. Januar 2004
Wintersonne
Die Hermannstrasse begrüßt mich am Mittag mit gleißendem Licht, das mich erstmal blind macht, bis ich im dunklen U-Bahnschacht untergetaucht bin.

In der U-Bahn: Mäntel & Mützen. Schwarz Grau Oliv. Dazwischen Gesichter, müde, ernst, abwesend. Während ich mich frage, wie kalt es draußen wohl ist und welcher Planet wohl annähernd schöne milchigweiße Wintersonnentage hat und wie kalt es wohl auf dem Mars ist, kommt im Berliner Fenster die Meldung, daß die NASA den Kontakt zur Spirit verloren hat. Nun wird auch sie mir meine Frage nicht beantworten können.

(Allerdings lese ich jetzt gerade, das es wieder Kontakt gibt...)



Stattdessen mache ich Fotos am Alex. Für J und F, zum heimwehkriegen. Beim Knipsen rauscht dann der Bus an mir vorbei, auf den ich seit ner viertel Stunde warte. Von hinten kommt kreischend eine junge Berlinerin gerannt. "Diese verdammte Pissnelke von einem Busfahrer. Eine Scheisse ist das." Ich bleibe entspannt - bin ich doch selber schuld - und mache mich auf den Fußweg zur Bibliothek.

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Nachtrag (zu Morgenpost und 90 Jahre...)
Es gibt also tatsächlich Bezüge von Rolf Dieter Brinkmann auf Arno Schmidt. In "Rom, Blicke" wird Arno Schmidt mehrfach erwähnt:

"– und es gab Bücher, wilde Bücher, raffinierte Bücher, Bücher von großen Einzelnen, Céline, Miller, Schmidt, Benn, Jahnn, die ich las, kannte, liebte, die mich stärkten, die Stimmen von Einzelnen, die nicht einer seligmachenden Ideologie aufgesessen waren (wohl waren sie da hindurchgegangen, und sie sind fürchterlich enttäuscht worden) –" (Rom, Blicke. S202).

Von Michael Meinert mitgeteilt auf: http://www.damaschke.de/as/splitter.php?s=b#39

Einen Aufsatz dazu gibt es von Prof. Timm Menke: "Die italienische Reise als Schwanengesang auf die alte Welt. Hans Henny Jahnn und Arno Schmidt in Rolf Dieter Brinkmanns "Rom, Blicke"". In "Reisen , Entdecken, Utopien". Jahrbuch für internationale Germanistik Reihe A, Band 48. Peter Lang, Bern, 1998.

Dank an die Mitglieder der Arno Schmidt Mailing Liste!

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Nachtstück
Die Grundbegriffe des Shaolin-Kung Fu. Wenn mir denn dereinst die weissen Augenbrauen um die Schläfe wehen werde ich weise wachen. Zuvor Geschichten. Marx kommt aus Trier. Gepflegter Neuköllner Salon-Bolschewismus? Wohl kaum. Eher die Lichtung im Walde. Warte nur balde... Ich wende mich nach Osten. Tanzend auf Kopfsteinpflaster in der Mainzer Strasse. Choreographie vor blaugrau.

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