Sonntag, 18. Januar 2004
Neuanfang
Nun also. Bloggen. Nachdem das alte Tabu über Monate brach gelegen hat, gestern kurzentschlossen zu blogger.de gewechselt. Tillmann hats vorgemacht. Jetzt dann endlich auch mal mit Fotos. Werde versuchen, die alten Beiträge zu übertragen. Weiss bloss noch nicht, wie das mit dem ursprünglichen Datum geht. Werde Dirk Olbertz mal fragen, wie man an die XML Files rankommt.... Aber ersteinmal: Herzlich Willkommen.

link (2 Kommentare)   | kommentieren


Freitag, 10. Oktober 2003
# Nahkampf
(Aus meinem Skizzenbuch.)

1) Je weiter wir in unseren alltäglichen Überlegungen zielen, desto mehr verlieren wir die Nähe aus den Augen.
2) Der "Nahkampf" aber bringt uns gelegentlich wieder zur Ruhe.
3) Die ausschließliche Beschäftigung mit Dingen, die unmittelbar "da" sind, gibt Geborgenheit.
4) Wenn es etwas wie ein telematisches Zeitalter gibt, dann ist es davon geprägt, dass Zeit|Raum Reisen zum allgemeinen Daseinszustand geworden sind.
5) Für den Reisenden wird Nähe (zeitlich räumlich körperlich geistig) zum eigentlich Ort der Erholung.

Ich setze mich hin, regungs- und gedankenlos und betrachte die Dinge um mich herum. Ich entdecke das Vertraute neu. Ich höre auf die Stille (die es seit 1 Woche nicht mehr gibt).

Der Unterschied zwischen der (o.g.) Nähe und den alltägl. Fernreisen ist vergleichbar dem zwischen Lyrik und Epik. (Im gem. Sinne des Epischen, nicht Prosa, die kann zuweilen der Lyrik näher stehen als der Epik)
Das gilt für die Produktion ebenso wie für die Rezeption.
Lyrik ist Annäherung. Zoom in. Gegenstände in die Hand zu nehmen, zu wenden, zu fühlen, von vorne und hinten zu betrachten. Auch Überraschung. Überraschung, die im Kleinen liegt. In der Durchbrechung eines allzugewohnten alltäglichen Musters.
Rein körperliche Defekte bringen uns oftmals dem Lyrischen näher. Krankenheiten, die das Bewußtsein anregen (wie Fieberzustände) schicken uns oftmals auf epische Reisen.

link (0 Kommentare)   | kommentieren


Donnerstag, 2. Oktober 2003
# Wellenreiten
(Aus meinem Skizzenbuch)

Das tiefe Rauschen im Ohr nach einem Konzert.
Störsenderfrequenzen. Klangpartikel.

Woraus bestehen die Dinge?
Mein Interesse richtet sich auf 2 Achsen. (Eine Form der Dualität)

Der Fluß...
...und seine Unterbrechung.


Alle natürlichen Elemente beinhalten diese beiden Dispositive:
Wellen sind gebrochener Fluß...

BEWEGUNG
ZEIT | RAUM


Dinge in Schwingung versetzen. In Bewegung bringen. Denken anstoßen durch lineare Trigger oder Aufbrechen & sichtbar machen.

link (0 Kommentare)   | kommentieren


Freitag, 29. August 2003
# Naturschauspiel
Martin Wuttke inszeniert Die Perser des Aischylos mit Sophie Rois auf dem Flugplatz Neuhardenberg.

Das Vorspiel auf dem Theater übernimmt die Natur: gerade in dem Moment, als die Zuschauer die Shuttlebusse am Schloss Neuhardenberg besetzt haben, bricht ein Unwetter in den warmen Sommerabend hinein. Ein 15minütiger Platzregen geht nieder. Als der Sturm sich gelegt hat und die Armeen des Xerxes geschlagen im Hafen angekommen sind, zieht eine blutrote Abendsonne auf und bereitet die perfekte Kulisse...



Die taz hat Martin Wuttke zu seiner Inszenierung interviewt.

link (0 Kommentare)   | kommentieren